Ellis Corbet „Kalt lächelt die See“

„Kalt lächelt die See“, als Rob eines Morgens mit seinem Schiff vor Guernsey unterwegs ist. Denn obwohl er um diese Zeit meist allein hier draußen ist, sieht er ein weiteres Boot. Unbemannt. Halb aus Neugierde, halb aus Sorge, nähert er sich dem Boot. Doch als er Blut entdeckt, ist es mit seiner Abenteuerlust vorbei und die Polizei von Guernsey wird informiert. DI Kate Langlois soll mit ihren Kollegen ermitteln, was auf dem Schiff passiert ist. Was sich erst als Vermisstenfall darstellt, bekommt eine ganz andere Relevanz, als klar wird, wer das Boot gechartert hat. Zwei Jahre zuvor war ihr Kind verschwunden und der Fall ist bis heute ungeklärt. Doch hängen die beiden Begebenheiten zusammen?
Man sagt zwar immer wieder gemeinhin, man kann das Rad nicht neu erfinden, doch bei diesem Auftakt zu der Krimiserie, die auf Guernsey angesiedelt ist, kann man als Leser doch manchmal den Eindruck bekommen, dass es doch ab und zu die berühmte Ausnahme gibt.
Unter dem Pseudonym Ellis Corbet ist der Autorin ein kleiner Geniestreich gelungen.
Noch nie habe ich einen Krimi gelesen, der soviel Lokalkolorit enthält, dass ich manchmal überlegt habe, ob ich noch einen Krimi lese oder doch einen Reisebericht. Das Buch zieht den Leser in die kleinen Gassen auf Guernsey und Jersey, man wechselt zwischen den Orten wie auch den handelnden Personen. Dabei ist das Buch flüssig zu lesen und auch wenn Personen- und Ortswechsel häufig kommen, hilft gerade die bewusste Erwähnung von einem weiteren Ermittlungstag dem Leser ein zeitliches Raster im Kopf aufzubauen. 
Einzelne Puzzlestücke werden wie Brotkrumen für den Leser ausgelegt, sodass man als Leser die wahre Freude hat, sich selbst als Detektiv zu fühlen, da man Zugang zu allen Fakten des Falles hat.
Die Einheit der kleinen Insel, eine kleine romantische Sequenz, kleine alltägliche Reibereien runden diesen Krimi zu einem gelungenen Auftakt ab, der einen hohen Maßstab an den baldigen zweiten Band legt.

4,5 von 5 Kanalinseln

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